Gibt es den Weihnachtsmann? Natürlich!




Im Jahre 1897 wurde der Assistent eines Untersuchungsrichters, Philip O’Hanlon, von seiner acht Jahre alten Tochter Virginia gefragt, ob es den Weihnachtsmann (Santa Claus) wirklich geben würde. Sie war irritiert, weil ihre Freunde ihr sagten, dass es ihn nicht geben würde, diesen dicken Mann im roten Karnevalskostüm und angeklebten Bart.

Ihr Vater antwortete ausweichend. Er empfahl ihr, sich an die New York Sun zu wenden. Zu dieser Zeit war sie die bedeutendste New Yorker Zeitung. Ihr Vater versicherte ihr, dass diese Redakteure ihr wahrheitsgemäß antworten würden. Also schrieb sie an die Zeitung wie folgt (Quelle: Wikipedia): „Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt. Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Papa sagt: ‚Wenn du es in der Sun siehst, ist es so.‘ Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann? Virginia O’Hanlon. 115 West Ninety-fifth Street.“



Der Autor Francis P. Church antwortete mit einem Leitartikel: "Yes, Virginia, there is a Santa Claus". Seit dieser Zeit gehört dieser Text zu Weihnachten wie „Dinner for one“ zu Silvester. Church schrieb folgendes (Quelle: Wikipedia): „Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, was ihr kleiner Verstand nicht fassen kann. Der Verstand, Virginia, sei er nun von Erwachsenen oder Kindern, ist immer klein. In diesem unserem großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist. Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch die Sinne und den Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.

Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.

Du kannst die Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinanderreißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseiteschieben und die übernatürliche Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger. Kein Weihnachtsmann! Gott sei Dank! lebt er, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.“

Schön, dass ich jeden Tag den Weihnachtsmann begegne. Er sieht nur immer anders aus. Mal ist es meine dankbare Familie, meine Kinder, gute Freunde, ein Lächeln eines mir unbekannten Menschen, meine Kunden, die vielen ehramtlichen Helfer, die die Not der Menschen lindern. Mal bin ich es auch selber, der sein Glück nicht fassen kann. Sicher ist nicht immer alles gut und leicht, am Milliarden von Menschen würden wohl mit mir tauschen wollen. Ich habe sauberes Trinkwasser, ein warmes Zimmer, einen Stromanschluss, einen gefüllten Kühlschrank und das beste Gesundheitssystem der Welt. Auch hier arbeiten die „Weihnachtsmänner“ 24/7, damit wir im Falle eines Falles gut versorgt sind.
Gott sei Dank, um in den Worten der New York Sun zu schreiben, lebt der Weihnachtsmann.